Johann Schmit

Vorrang Mensch!

Antworten auf Zukunftsfragen

In dem jüngst erschienenen Sammelband Vorrang Mensch! stellt der Vorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen, Norbert Schnedl, die Positionen von 39 Experten zu Fragen eines verantwortlichen Umgangs mit der Umwelt sowie menschengerechter Lebens- und Arbeitsbedingungen vor. Exemplarisch seien die Beiträge des ehemaligen Vizekanzlers Josef Riegler sowie des Wirtschaftswissenschfters und Gründer der Querdenkerplattform: Wien-Europa, Karl Aiginger, erwähnt.

Vor 30 Jahren – und damals viel zu früh – hat der heute 80jährige DI Dr.hc. Josef Riegler die Ökosoziale Marktwirtschaft begründet. Die Ökosoziale Marktwirtschaft steht für steigende Einkommen, sozialen Ausgleich zwischen Menschen und Regionen, sowie ökologische Nachhaltigkeit. Vor allem muss mit zwei Vorurteilen aufgeräumt werden:

Eine ehrgeizige Klimastrategie stellt keine Gefährdung der Arbeitsplätze dar, sondern trägt vielmehr zur Vollbeschäftigung bei. Griechenland und Italien verzichten beispielsweise auf neue Technologien und Energieeffizienz und leiden unter hoher Arbeitslosigkeit, wachsenden Budgetdefiziten und sinkenden Einkommen. Die skandinavischen Länder führen in der Energieeffizienz bei gleichzeitig hohen steigenden Pro-Kopf-Einkommen und geringen Ungleichheiten.

Lukriert jeder Vorreiter den Nutzen, während jeder Nachzügler die Kosten tragen muss. Der Marktführer entwickelt die emissionsarmen Technologien, und kann sie dann den zurückgebliebenen Ländern verkaufen. Der Vorreiter freut sich über geringere Umweltschäden und eine gesündere Bevölkerung und kann in der Folge seine Steuern senken. Der Nachzügler muss eine nicht immer für ihn passende Technologie anwenden. Oftmals verbunden mit hohen Kosten für die Sanierung der bisher verursachten Schäden.

Der Vater der Ökosozialen Marktwirtschaft geiselt die Global Player als Folge des Fusionsfiebers. Ungezügelte Märkte sind für den „elder statesman“ keine Lösung: „Die soziale Verantwortung von Managern ist die Profitmaximierung für die Aktionäre.“ Für die Bedrohungen des Klimawandels, der Flüchtlingsfrage, der ungezügelten Gewalt, der Missachtung der Menschenrechte usw., usf. gibt es Lösungen. Was noch fehlt ist der politische Wille der Staatengemeinschaft.

Prof. Mag. Dr. Karl Aiginger von der Querdenkerplattform: Wien-Europa fordert eine neue Weltordnung. Nach dem Rückzug der USA, mit dem Ziel Europa zu entsolidarisieren, den Machtansprüchen Chinas, den Destabilisierungsversuchen Russlands, um wieder Weltmacht zu werden, um von der türkischen und iranischen Gefahr gar nicht zu reden, oder dem Siegeszug  nationalistischer und populistischer Parteien müssen neue Wege das europäische Erfolgsmodel fortsetzen.

 

Norbert Schnedl: Vorrang Mensch!
Verlag DTW ZukunftsPR, ISBN 978-3-200-05959-7

 

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