Johann Schmit

Wenn der Roboter zum Menschen wird

Roboter werden bald menschliche Emotionen erkennen und richtig interpretieren können.

 „Wir wollen, dass Maschinen dem Menschen alltägliche Dinge abnehmen“ hat sich Georg Schütte, Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgenommen. Nicht nur mechanische Fertigkeiten, wie transportieren, schrauben und schweißen Die digitale Technik soll Freiräume schaffen, entlasten und in allen Lebensbereichen unterstützen. Vor allem wird es interessant sein zu sehen, wie das funktioniert, wenn die Technik menschliche Emotionen erkennen und richtig deuten kann“

Von der Fabrik in das Wohnzimmer

Das Zusammenwirken von Menschen mit Technik erfordert oftmals den Austausch von sehr sensiblen Informationen. „Der sichere Umgang mit Daten ist deshalb ein zentrales Thema bei allen Entwicklungen. Ebenso gehören rechtliche, ethische, und soziale Fragen untrennbar zu allen technischen Überlegungen. Die Technologie hinter der Emotionserkennung verwendet bekannte Sensoren wie Mikrophone und Kamerabilder. Anhand von Stimme, Sprache, Mimik und anderen nonverbale Faktoren wie Blickrichtung und Posen erkennt das System, in welcher emotionalen Lage der Nutzer sich befindet. So kann das Assistenzsystem in Echtzeit unterstützende Hinweise geben. Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie ergeben sich in vielen Lebensbereichen, beispielsweise für Bewerbungs- und Sprachtrainings, in der Fahrzeugkommunikation, im Gesundheits- und Pflegebereich bis hin zur Tätigkeit von Fluglotsen, und vieles andre mehr.

Im Projekt „KonsensOP“ wurde unter Führung des Fraunhofer-Institutes für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung eine berührungslose Steuerung von Informationen im Operationssaal entwickelt. Dabei kann der operierende Arzt durch eine Geste oder mit einem Blick Informationen über den Patienten abrufen, die für die Behandlung wichtig sind. Diese Informationen werden für das ganze OP-Team sichtbar und gemeinsam können die besten Handlungsoptionen leichter erarbeitet werden.

Erprobt werden emotionssensitive Systeme bereits in der Flugsicherung. Die im BMBF-Projekt „MACeLot“ unter Leitung der TU Chemnitz entwickelten Assistenten messen die Arbeitsbelastung von Fluglotsen und können anhand von Simulationsmodellen eine mögliche Überbelastung prognostizieren, bevor es zu schwierigen Situationen kommt.

Von Wohnzimmer zum Pflegestuhl und an das Krankenbett

Auch in der Pflege sind Systeme mit Emotionserkennung hilfreich. Im Projekt „SYMPARTNER“ unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Siegen wurde ein sensibler Roboter entwickelt, der ältere Menschen bei Alltagsaufgaben in den eigenen vier Wänden unterstützt und dabei mittels Gesichts- und Sprachanalyse in einen persönlichen Dialog mit dem Nutzer treten kann. Oftmals verständlicher als beispielsweise fremdsprachige 24-Stunden-Pflegerinnen.

Das Besondere daran ist die Fähigkeit, Emotionen zu deuten und entsprechend verbal und mimisch zu reagieren. Sensoren erfassen, den Zustand der Berteuten. So kann festgestellt werden, wo sich eine Person gerade befindet –und ob es beispielsweise für die Tageszeit im Raum zu dunkel oder ob die Musik zu laut ist.

Mittels  Mikrofon mit angeschlossener Sprachanalyse können ungewöhnliche Veränderungen in der Stimme leicht diagnostiziert werden. Wenn die  Sprache undeutlicher wird oder ungewöhnliche Atempausen festgestellt werden, wird der Pflegebedürftigen angesprochen und wenn erforderlich  beruhigend eingewirkt.

Gleichzeitig können Nachrichten auf das Smartphone der Angehörigen gesendet und über den Zustand des Kranken informiert werden. Aus der Kombination vieler  Daten kann das System im Notfall erkennen, wann Hilfe gebraucht wird.

Noch steht die Entwicklung dieser Technik aus Zustandserfassung, Notfallerkennung, Kommunikation und Hilfestellung am Anfang.

Das BMBF hat bereits 14 Projekte mit mehr als 22 Millionen Euro gefördert. Sie sind Teil des Förderschwerpunktes „Vom technischen Werkzeug zum interaktiven Begleiter – Sozial- und emotionssensitive Systeme für eine optimierte Mensch-Technik-Interaktion“ (InterEmotio), So werden Zukunftschancen, Forschungsvorhaben und nicht zuletzt Arbeitsplätze von morgen geschaffen.

 

Neuen Kommentar schreiben